
Auf dieser Seite finden Sie Fragen rund um die Behandlung.
Falls Sie weitere Fragen haben, nehmen Sie einfach Kontakt mit uns auf!
Das erste Beratungsgespräch dient dazu, Sie bzw. Ihr Kind kennenzulernen und nach einer Voruntersuchung über die Notwendigkeit einer kieferorthopädischen Behandlung zu entscheiden. Wir besprechen Therapiemöglichkeiten, Behandlungsdauer und andere Fragen so ausführlich wie zu diesem Zeitpunkt möglich.
Besteht Behandlungsbedürftigkeit, so sind ausführliche diagnostische Untersuchungen erforderlich:
Nach Auswertung der diagnostischen Unterlagen wurde ein individueller Behandlungsplan erstellt. Gibt es verschiedene Therapiemöglichkeiten, beziehen wir Sie in die Therapiewahl mit ein. Wir besprechen das Behandlungsziel, die voraussichtliche Behandlungsdauer und die formellen gesetzlichen und krankenkassentechnischen Vorgaben.
Das Eingliedern von festsitzenden und herausnehmbaren Geräten ist im Normalfall schmerzfrei, bestenfalls ein wenig unangenehm. Um Zähne oder Zahngruppen bewegen zu können, ist es notwendig, bestimmte – geringe – Kräfte anzusetzen. Dies macht sich als Druck auf die betreffenden Zähne bemerkbar, der von verschiedenen Patienten unterschiedlich stark empfunden wird. Insofern sind leichte Schmerzen an den Zähnen etwas, womit zwischenzeitlich gerechnet werden muss.
Bei Patienten, die sich noch im Wachstum befinden, sollten
normalerweise die bleibenden Eckzähne zu Beginn der Behandlung schon
vorhanden sein. Das sind die dritten Zähne von der Zahnbogenmitte aus
gesehen. In den meisten Fällen ist es nicht sinnvoll, früher
anzufangen, weil die Behandlung sonst zu lange dauert. Alle vorhandenen
bleibenden Zähne (mit Ausnahme der Weisheitszähne) müssen
durchgebrochen sein, bevor ein Fall beendet werden kann. Wird zu früh
begonnen, verlieren die Patienten irgendwann die Motivation und
vernachlässigen die in der Kieferorthopädie essentielle Mitarbeit.
Natürlich gibt es auch Ausnahmefälle, bei denen es entscheidend ist,
unerwünschtem Wachstum möglichst frühzeitig entgegenzuwirken. Dazu
gehören sämtliche Formen einer umgekehrten Frontzahnstufe. Hierbei
stehen die unteren Schneidezähne fehlerhafterweise vor den oberen, was
zum Beispiel dadurch verursacht wird, dass der Unterkiefer zu weit
vorne und/oder der Oberkiefer zu weit hinten liegt.
In solchen Fällen sollte mit der Behandlung schon ab einem Alter von etwa 6 Jahren angefangen werden.
Das hängt von mehreren Faktoren ab. Unter anderem vom Alter des Patienten zu Behandlungsbeginn, vom Ablauf des Zahnwechsels und zum großen Teil von der Mitarbeit des Patienten. Bei durchschnittlicher biologischer Reaktionslage und guter Mitarbeit beträgt die Behandlungsdauer etwa 3-4 Jahre.
Grundsätzlich könnte man jede kieferorthopädische Behandlung ohne
Zähneziehen durchführen, und tatsächlich ist der Erhalt aller Zähne
auch ein ganz verständlicher Wunsch.
Leider entstehen dem Patienten jedoch in manchen Fällen erhebliche
andere Nachteile, wenn unbedingt alle Zähne erhalten bleiben sollen.
Wenn sich zu viele oder zu grosse Zähne in einem kleinen Kiefer drängen, kann der Kieferorthopäde die Zähne zwar gerade stellen, aber der Kieferknochen wird dabei überstrapaziert: es ist wie ein grosses Haus auf ein zu kleines Fundament zu bauen. Auf lange Sicht ist in solchen Fällen immer mit Schäden am Zahnhalteapparat zu rechnen - keine schöne Aussicht.
Im Prinzip nein, jedoch verursacht aufgrund der großen Bedeutung der Zähne für das Nervensystem fast jede Abweichung von der Optimalstellung eine periphere Anpassung der Funktionskreise im Sinne einer Belastung.
Zahn und Kieferknochen
Der Zahn ist eine selbständige Einheit und nicht fest mit dem
Kieferknochen verwachsen. Durch ein enges Fasergewebe erhält die
Zahnwurzel im Zahnfach - der Alveole- einen festen Halt. Zwischen der
Wurzeloberfläche und der Wand des Zahnfaches verbleibt ein geringer
Spalt, der durch das Faserwerk ausgefüllt ist. Stellungsänderungen der
Zähne können in jedem Lebensalter von selbst eintreten oder durch
kieferorthopädische Behandlung erfolgen. Der Durchbruchsdruck der
Weisheitszähne oder funktionelle Störungen können bei Erwachsenen
ungewollte Zahnstellungsanomalien, wie vorstehende, lückige oder
engstehende Zahnreihen, auslösen, die sich mit fortschreitendem Alter
weiter nachteilig entwickeln.
Wie sich die Zähne bewegen
Sind Zahnwechsel und Durchbruch der bleibenden Backenzähne bei Kindern
und Jugendlichen von natürlichen Abbau- und Anbauvorgängen im
Kieferknochen umgestaltet, bleibt die Zahnwurzel unbeschädigt und in
ihrer Form stabil. Die biologische Eigenschaft des Kieferknochens – er
reagiert auf Druck durch Knochenabbau und bei Zugwirkung auf die
Haltefasern der Wurzeln durch Knochenneubildung – bleibt lebenslang und
altersunabhängig bestehen. Die starken Kräfte beim Abbeißen oder beim
Kauen verursachen aber keine Zahnstellungsänderungen, da die
Krafteinwirkung nur sehr kurz ist. Lang anhaltender Druck auf die Zähne
– selbst wenn die Kräfte nur sehr gering sind – bewirken
Zahnstellungsänderungen.

„Durch Kraftanwendung auf die Zahnkrone entstehen im Zahnfach Druck-
und Zugzonen. Auf der Seite des Druckes reagiert der Kieferkochen durch
Knochenabbau.“
„Auf der Seite des Zuges reagiert der Kieferknochen durch
Knochenaufbau. Durch Knochenneubildung wird der entstandene Hohlraum
ausgefüllt und der Zahn wieder gefestigt.“
© Zahnärztlicher Fach-Verlag GmbH